Benjamin Rosch, Carla Rossi und das Book of Hours of Louis de Roucy: Sachliche Klarstellung
- Philological Society
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In Zusammenhang mit den jüngsten Medienberichten, insbesondere dem von Benjamin Rosch unterzeichneten Artikel (CH Media, Januar 2026), ist eine sachliche und dokumentierte Klarstellung erforderlich, da zentrale Punkte unzutreffend dargestellt oder wesentliche Kontexte ausgelassen wurden.
1. Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zum Book of Hours of Louis de Roucy
Das Schweizerische Bundesverwaltungsgericht hat ausdrücklich festgestellt, dass das Book of Hours of Louis de Roucy nicht sanktionswürdig ist.Damit wurde die zentrale Anschuldigung, die öffentlich von Peter Kidd erhoben wurde und den medialen Vorgang ausgelöst hat, gerichtlich widerlegt.
Diese Feststellung ist eindeutig und betrifft genau jenes Werk, das im Zentrum der öffentlichen Angriffe stand.
2. Was die verbleibenden Beanstandungen tatsächlich betreffen
Die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) erhobenen Beanstandungen beziehen sich nicht auf das Book of Hours of Louis de Roucy, sondern auf andere Publikationen.Inhaltlich betreffen sie:
Vorwürfe des sogenannten Autoplagiats (Wiederverwendung eigener Texte),
formale Zitiermängel.
Es handelt sich ausdrücklich nicht um die Übernahme fremder Forschungsergebnisse. Die wiederholte mediale Gleichsetzung dieser Punkte mit Plagiat ist daher fachlich und rechtlich unzutreffend.
3. Kontext der öffentlichen Kampagne
Ein wesentlicher Aspekt bleibt in der Berichterstattung regelmäßig unerwähnt:Die gegen Carla Rossi gerichtete öffentliche Kampagne setzte zeitlich unmittelbar nach einer formellen Anzeige und einer umfangreichen wissenschaftlichen Dokumentation ein, die problematische Verflechtungen zwischen Schweizer Akademikern und dem internationalen Kunst- und Antiquariatsmarkt betrafen.
Dokumentiert wurden unter anderem:
illegaler Handel mit mittelalterlichen Handschriften,
systematische Zerschlagung (Dismemberment) von Kodizes,
die Erstellung unzutreffender oder irreführender Expertisen.
In diesen Kontext fallen auch die Aktivitäten von Peter Kidd, die seit Jahren in der Fachliteratur dokumentiert sind.
Vor diesem Hintergrund können die gegen Carla Rossi erhobenen Vorwürfe nicht isoliert betrachtet werden, sondern weisen die Merkmale einer koordinierten diffamierenden Kampagne auf.
4. Internationale akademische Tätigkeit und institutionelle Anerkennung
Die Darstellung einer isolierten oder diskreditierten Forscherin entspricht nicht den Tatsachen.Carla Rossi ist seit Jahren nicht mehr beruflich in der Schweiz tätig und arbeitet in einem internationalen akademischen Umfeld, in dem ihre Forschung weiterhin institutionelle Anerkennung findet.
Im Dezember 2025 wurde eines ihrer jüngsten wissenschaftlichen Werke im Rahmen einer institutionellen Initiative offiziell dem Präsidenten der Italienischen Republik, Sergio Mattarella, überreicht. Dieser öffentlich belegbare Umstand steht in deutlichem Widerspruch zu der in den Medien suggerierten Narrative.
5. Wissenschaftliche Referenz (2025)
Die rechtlichen und institutionellen Implikationen des Marktes für dislozierte und zerschlagene mittelalterliche Handschriften wurden ausführlich analysiert in:
Carla Rossi, Biblioclasm for Profit: The Legal Implications of Dismembering Western Medieval Illuminated Manuscripts (2025)Verfügbar unter:https://www.academia.edu/129907470/2025_Biblioclasm_for_Profit_The_Legal_Implications_of_Dismembering_Western_Medieval_Illuminated_Manuscripts
Diese Klarstellung dient der sachlichen Richtigstellung und der vollständigen Information.



